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Hamm (DFBL/saw) — Nach dem dritten Spieltag der 1. Bundesliga Nord der Frauen befinden sich gleich vier Teams im Kampf um die DM-Quali. Beim Abstiegskampf dürfte vor allem die Frage des zweiten Absteigers weiter für Spannung sorgen. Eine überraschende Niederlage gegen Westfalia Hamm kassierte Top-Team SV Moslesfehn.
In Berlin wurde den Zuschauern beim dritten Spieltag einiges an Spannung geboten. Nachdem der Gastgeber einen guten Start gegen den TV Westfalia Hamm erwischte und mit 7:1 in Führung ging, konnte man den Satz auch durch die Einwechslung von Abwehrspielerin Wiebke Lohrmann und eine neu formierte Aufstellung nicht mehr retten. Erst im folgenden Satz war Hamm besser gestellt und lieferte sich ein Match auf Augenhöhe, wobei Berlin letztlich im fünften Satz den größeren Willen zeigte und das Spiel mit 3:2 für sich entschied. Überzeugen konnte vor allem Ex-Moslesfehnerin Karen Meyer, die Ulrike Schubert hervorragend im Angriff ergänzte.
Den besseren Start hatte der TV Westfalia im Spiel gegen den Vize-Meister aus Moslesfehn. Viele Eigenfehler auf Seiten der Moslesfehnerinnen machten es den Westfalinnen leicht, Druck aufzubauen. Nach einem 11:8 drehte Moslesfehn im zweiten Durchgang den Spieß um, als viele halblang gespielte Bälle im Feld des Gegners platziert wurden. Insgesamt konnte Moslesfehn jedoch keine geschlossene Mannschaftsleistung abrufen und die leichten Fehler abstellen. In knappen Phasen war es Westfalias Angreiferin Schmitt, die durch stark gespielte Angaben immer wieder den Anschluss hielt. Im dritten Satz siegte Hamm, Moslesfehn wiederum konterte mit einem 5:11-Satzgewinn. Im entscheidenden Satz übernahm Hamm dank einiger Angabenfehler der Moslesfehner mit 5:0 das Kommando und wechselte beim Stand von 6:3 die Seite. Moslesfehn drehte noch einmal auf und kam auf 8:7 heran. Am Ende behielten die Westfälinnen die Nerven und gewannen das Spiel durch einen 11:8-Sieg. Damit kann Hamm sich weiter von der Abstiegszone entfernen und bleibt vorerst auf dem sicheren fünften Platz der Tabelle.
Nicht weniger nervenaufreibend gestaltete sich die dritte Partie des Tages. Auch hierbei musste die Entscheidung im fünften Satz fallen. Auch durch einen 0:2-Rückstand (8:11; 5:11) ließen sich die bis dahin ungeschlagenen Berlinerinnen nicht von ihrem Ziel abbringen, wobei eine sichere Abwehrreihe den Grundstein für viele erfolgreiche Angriffe von Karen Meyer legte. Erneut schlichen sich bei Moslesfehn einige leichte Fehler ein, sodass Berlin mit 11:5 und 11:8 nachlegte. Ein Kopf-an-Kopf-Rennen im fünften Satz zeigte, dass beide Mannschaften an diesem Tag auf gleichem Niveau spielten. Moslesfehn trat in der entscheidenden Phase sicherer auf und konnte so eine weitere Niederlage im letzten Moment verhindern (13:15). Damit musste der VfK erste Minuspunkte auf dem Tabellenkonto verbuchen, wobei der Traum vom DM-Debüt noch immer in greifbarer Nähe ist. Wegweisend wird die Begegnung mit dem punktgleichen Gegner aus Schneverdingen am kommenden Wochenende sein.
Keine große Herausforderung wartete auf den Ahlhorner SV, der zu Gast beim USC Bochum war. Zu Beginn jeden Satzes konnten die Bochumerinnen bei nassem Boden zwar noch gut mithalten, hatten am Ende jedoch in allen drei Sätzen das Nachsehen (7:11; 7:11; 5:11). Dabei überzeugten beide Nachwuchspielerinnen Celina Minx und die im zweiten Satz eingewechselte Sarah Reinecke durch viele gelungene Aktionen.
Auch gegen den TV Voerde geriet das Team um Nationalspielerin Janna Meiners nicht in Bedrängnis, ehe man im dritten Satz viele verschiedene Spielvarianten ausprobierte. Voerde wusste dies jedoch nicht für sich zu nutzen und konnte trotz guter Gegenwehr keinen Satzgewinn verbuchen (15:13).
Im Abstiegsduell mussten sich zwei altbekannte Gegner miteinander messen. Beide Teams lieferten sich einen harten Kampf auf Augenhöhe. Obwohl der TV Voerde auf Angreiferin Sabrina Schmalbach verzichten musste, ließ sich der TV Voerde, der zuvor stets knappe Niederlagen hinnehmen musste, nicht davon abbringen, die Punkte einzufahren. So gelang Voerde mit einem 3:1 der erste Erfolg dieser Sasion. „Am Ende fehlte uns leider das letzte Quäntchen Glück. Spielerisch gesehen kann man nicht sagen, dass wir Voerde heute unterlegen waren,“ resümiert Mannschaftsführerin Stefanie Kandetzki im Anschluss an die Partie. Für Bochum wird der Wiederabstieg nun immer wahrscheinlicher, wohingegen sich Voerde noch Hoffnung machen kann, die Klasse zu halten.
Beim niedersächsischen TSV Eldagsen hatte der Gastgeber gleich zwei schwierige Aufgaben zu meistern, um wichtige Punkte gegen den Klassenerhalt zu sammeln. Der TSV Schülp hatte sich jedoch keine andere Aufgabe gesetzt, als zunächst einen sicheren Sieg gegen den Gastgeber einzufahren. Über weite Strecken wusste das Team zu überzeugen, musste jedoch im zweiten Satz dem Gegner den Vortritt lassen. Zu viele Eigenfehler bescherten Eldagsen ein knappes 11:9. Am Ende konnte der TSV Schülp das zweite Spiel mit dieser Saison mit 1:3 für sich verbuchen.
Um bei der Vergabe der Tickets für die Deutsche Meisterschaft in Vaihingen/Enz noch ein Wörtchen mitreden zu können, musste man im Anschluss an der Konkurrenz aus Schneverdingen vorbei. Im letzten Jahr war es der TSV, der als glücklicher Sieger aus den entscheidenden Partien ging und die erstmalige Qualifikation schaffte. So versprach die Begegnung bereits im Vorfeld einiges an Spannung. Über die maximale Spieldauer lieferten beide Teams sowohl sehenswerte als auch fehlerhafte Leistungen ab, sodass sich zunächst keine der beiden Mannschaften absetzen konnte. Einen kleinen Bruch erlebte das Spiel im dritten Satz, bei dem zu viele Eigenfehler im Angriff auf Seiten von Schülp die Schneverdingerinnen wieder mit 2:1 nach Sätzen in Führung brachten. Ein 5:1 ließen sich die Schleswig-Holsteinerinnen im fünften Satz wieder aus der Hand nehmen, als es der TV Jahn mit 7:7 ausgleichen konnte. Am Ende legten die Niedersächsinnen mehr „Coolness“ an den Tag und siegten mit 8:11 im fünften Satz, wodurch man nun punktgleich mit Berlin auf dem zweiten Tabellenplatz steht. Aus Schneverdinger Sicht ein wichtiger Erfolg mit Blick auf das gesteckte Ziel, während sich der TSV Schülp als Tabellensechster allmählich von den vorderen Plätzen und der DM-Qualifikation verabschieden muss.
Kaum Gegenwehr leistete der TSV Eldagsen im letzten Spiel des Tages. Mit einer komplett anderen Abwehr machte es der TV Jahn Schneverdingen noch einmal in der Mitte des Spiels spannend, fuhr jedoch einen ungefährdeten Sieg ein. Dadurch findet sich der TSV Eldagsen auf Platz acht und somit mitten im Abstiegskampf wieder.