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Stuttgart (DFBL/aob) — Der MTV Rosenheim landete am Wochenende zwei Siege gegen die Mittelfeldteams und verließ somit die Abstiegsränge. An der Tabellenspitze setzten sich Pfungstadt und Unterhaugstett weiter ab.
In bestechender Form präsentiert sich der unangefochtene Tabellenführer TSV Pfungstadt. Nach dem souveränen Turniersieg am Donnerstag beim Bundesligaturnier des TV Waibstadt gewannen die Hessen auch die Spitzenpartie in Vaihingen/Enz klar mit 5:0. Auch am Vortag gegen Offenburg stand am Ende des Spiels das gleiche Ergebnis zu Buche, was nur einen aus deutscher Sicht erfreulichen Schluss zulässt: Der TSV Pfungstadt ist für den Europapokal der Landesmeister am nächsten Wochenende ausreichend gewappnet, wie auch Zuspieler Sebastian Thomas befand: „So kurz vor dem Europapokal war es natürlich gut gegen zwei starke Mannschaften wie Offenburg und Vaihingen zu spielen. Dadurch konnten wir die beiden Rundenspiele optimal nutzen, um uns für den Europapokal einzuspielen, wo wir es mit der europäischen Elite zu tun bekommen.“
Nur noch rechnerisch ist dem TV Unterhaugstett die zweite DM-Qualifikation in der Vereinsgeschichte zu nehmen, und auch diese Rechenspiele dürften am nächsten Wochenende beendet sein. Mit den beiden Aufsteigern aus Schweinfurt und Waibstadt hatte man keine ernsteren Probleme. Gegen Schweinfurt musste man zwar zwei Satzverluste hinnehmen, aber von diesem kleinen Schönheitsfehler abgesehen, war das Wochenende erneut ein perfektes für den TVU. Auch Trainer Tommy Helber, dem bisher kaum ein Wort von einer möglichen DM-Teilnahme zu entlocken war, beschäftigt sich nun auch öffentlich mit diesem Thema: "Es gilt nun vor allem auch den positiven Schwung aus dem bisherigen Saisonverlauf über die nun folgende, „zähe Saisonphase“ (wg. WM etc.) zu retten. Wir haben bis dato eine unserer stärksten Runden gespielt."
Deutlich mehr hatte sich der TV Vaihingen/Enz für das Spitzenspiel gegen Pfungstadt vorgenommen, und startete bis in die Haarspitzen motiviert in die Partie. Am Ende des ersten Satzes aber ließ man einen möglichen Erfolg zu leichtfertig verstreichen, und nach der 10:12 Auftaktniederlage konnte man dem Gast aus Hessen nicht mehr genügend entgegen setzen. Auch Aufstellungs-Experimenten im Angriff geschuldet, ging das Spiel, das auf sehr hohem Niveau geführt wurde, und durchaus nicht so einseitig war wie das Endergebnis mit 0:5 Sätzen verloren. Für die DM-Qualifikation allerdings kein Beinbruch, denn auf Verfolger Stammheim hat man weiterhin 4 Punkte Vorsprung.
Der TV Stammheim nämlich musste die nächste Niederlage einstecken, und blieb in einer knappen Partie ohne das nötige Quäntchen Glück. Auf die Schwaben trifft derzeit genau das zu, was man einen Negativ-Lauf nennt: Bei der 1:5 Niederlage gegen die Oberbayern endeten zwei Sätze deutlich jeweils zu Gunsten eines der beiden Teams, die anderen vier Sätze gingen allesamt im Endspurt an den Gast (9:11, 9:11, 10:12, 10:12).
Ebenfalls ohne Sieg und daher weiterhin auf Platz fünf blieb die Offenburger FG. Am Samstag blieb man in Pfungstadt chancenlos und verlor klar mit 0:5, am Sonntag wiederfuhr den Südbadenern das gleiche Schicksal wie Stammheim, allerdings ging es bei der 4:5 Niederlage gegen Rosenheim noch knapper zu. „Das ist ein Wochenende zum Vergessen. Wir müssen schauen, dass wir in der nächsten Woche den Glauben an unsere eigene Stärke wieder zurückfinden. Wenn wir mit der Suche erfolgreich sein sollten, sehe den kommenden Spielen etwas positiver entgegen als nach diesem Wochenende“, resümiert OFG-Spielführer Matthias Lilienthal die beiden Partien.
Absolut positiv gestimmt dürfte der MTV Rosenheim am Sonntagmittag die Heimreise eines langen und ereignisreichen Auswärts-Doppelspieltags angetreten haben. Auf einem Abstiegsplatz hatte man die Reise nach Baden-Württemberg angetreten, mit vier Punkten im Gepäck und auf Rang 6 stehend ging es am Sonntag heimwärts. Echte Willensleistungen hatten die Oberbayern dabei an beiden Tagen abgeliefert. In Stammheim behielt man gleich viermal den kühleren Kopf im Endspurt um einen Satzgewinn, in Offenburg brachte man die Kraft auf, über neun Sätze zu gehen und dabei 0:2 und 2:4 Satzrückstände aufzuholen. Nach diesen beiden Siegen gegen Teams aus dem Mittelfeld hat Rosenheim nun wieder beste Karten die Klasse zu halten.
Des einen Freud is bekanntlich des anderen Leid, und so wird man beim TV Schweinfurt-Oberndorf die Nachricht von den beiden Siegen Rosenheims ungern gehört haben. Die jungen Bayern, die mit viel Kampfgeist und Herzblut bereits zwei Siege und jede Menge Sätze erspielt haben, ärgerten auch Favorit TV Unterhaugstett einige Zeit und nahmen immerhin zwei Sätze mit aus dem Schwäbischen. Dennoch steht man nun wieder auf einem Abstiegsrang und muss wieder zwei Punkte auf Rosenheim aufholen.
Absolut chancenlos blieb der TV Waibstadt auch in seinen neunten Spiel. Inzwischen auch stark ersatzgeschwächt war man beim eigenen Turnier an Fonleichnam bereits Zweitligist Grafenau und (einem mit zwei Bundesligaspielern verstärktem) Verbandsligist Stammheim 2 unterlegen. Sicherlich nicht die beste Vorbereitung auf das schwere Spiel gegen Unterhaugstett, in dem man mit 0:5 klar verlor. Eine minimale Chance räumte Spielertrainer Rainer Frommknecht seinem Team ein als "wir eine 8:4 Führung im zweiten Satz nicht nutzen konnten, ansonsten war aber wenig drin in Unterhaugstett."