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Rosenheim im freien Fall

(DFBL/aob) — Der zweite Doppelspieltag der 1. Bundesliga Süd wurde nach dem ungewöhnlichen Verlauf des Saisonauftaktes mit Spannung erwartet, und die Südliga strickt weiter spannende Geschichten. Ungeschlagen bleiben Pfungstadt und Stammheim, während Rosenheim mit zwei weiteren Niederlagen die rote Laterne übernimmt.

An der Tabellenspitze gibt es nichts Neues. Erwartungsgemäß marschiert der Deutsche Meister TSV Pfungstadt von Sieg zu Sieg, zu groß ist die Dominanz die Angreifer Patrick Thomas in jeder Partie aufbauen kann, und mit der er seine Mitspieler auch durch schwächere Phasen führt. Beim 5:0 Erfolg über Rosenheim blieben die Hessen durch die gesamte Spielzeit hinweg ungefährdet und sahen sich überrascht durch das harmlose Auftreten der Gäste: "Steve Schmutzler zeigte nicht die gewohnt starken Schläge und konnte gegen die TSV-Abwehr nur vereinzelt punkten", geht aus der Presseaussendung des TSV hervor. Am Sonntag gegen einen starken TV Unterhaugstett hingegen durfte Pfungstadt froh sein, mit Thomas den überragenden Spieler die Liga in seinen Reihen zu haben. "Nach dem 1:2 Satzrückstand hat uns Patrick mit starken Angaben im Spiel gehalten, bis wir schließlich auch wieder im Spiel waren" zollte Nick Trinemeier seinem Angriffskollege Lob.

Das zweite Team ohne Punktverlust ist der TV Stammheim. Die Schwaben hatten bei der samstäglichen Heimpartie keine Probleme mit dem Gast aus Schweinfurt-Oberndorf und gewannen das Spiel klar mit 5:1. Lediglich im zweiten Satz, als man sich eine Vielzahl an leichten Fehlern leistete konnten die Bayern einen Satz für sich verbuchen. Das gleiche dominante Spiel zeigte man auch am Sonntag in Offenburg und sah bei 4:0 Satzführung bereits wie der sichere Sieger aus. Ein unerklärlicher Bruch im Spiel brachte zwar den 4:4 Satzausgleich, im Entscheidungssatz zeigte der TVS aber den größeren Siegeswillen und gewann die Partie doch noch mit 5:4 Sätzen. "Wir waren heute zuerst ganz oben, und dann ganz unten. Dass meine Mannschaft aus diesem Tal zurück gekehrt ist, spricht für die tolle Moral im Team" fand Trainer Jogi Bork nach der Partie versöhnliche Worte.

Mit 6:2 Punkten bleibt der TV Unterhaugstett auf dem dritten Rang. Nach dem sensationellen Start mit dem Sieg über Vaihingen/Enz legte die TVU-Fünf gegen Aufsteiger Waibstadt einen klaren 5:1 Sieg nach. Am Sonntag startete man auch gegen Pfungstadt furios und führte 2:1 nach Sätzen, in der Folge musste man die Extraklasse von Patrick Thomas allerdings anerkennen, der die folgenden vier Sätze für sich und sein Team entschied. "Der Liga-Alltag sieht nicht immer einen Gegner der Güteklasse eines Patrick Thomas vor. Gegen einen solchen bedarf es schon einer außergewöhnlichen Leistung, um bestehen zu können und soweit ist mein Team noch nicht", zeigte sich Trainer Tommy Helber als fairer Verlierer. Die nächsten Spiele werden für den TV Unterhaugstett zu den Wochen der Wahrheit. Bisher hatte man die beiden Aufsteiger und die beiden Topfavoriten auf dem Tablett und sicherte sich tolle sechs Punkte. In den nun folgenden Duellen mit den direkten Mittelfeld-Konkurrenten wird sich zeigen, ob der Höhenflug anhält und Unterhaugstett in den Kampf um die DM-Tickets eingreifen kann.

Die ersten Punkte fuhr am Wochenende der TV Vaihingen/Enz ein. Nach dem für die Enzer schockierenden Fehlstart mit zwei Niederlagen, hatte man am vergangenen Wochenende die Chance auf Wiedergutmachung. Diese betrieb man zuhause gegen Offenburg auch eindrucksvoll, dem Gast aus Südbaden ließ man beim 5:0 keine Chance. Mit 2:4 Punkten steht Vaihingen/Enz zwar derzeit nur auf Rang vier, aber die Schwaben werden die restliche Vorrunde sicherlich nutzen, um zahlreiche Punkte zu sammeln und im Klassement kräftig zu klettern.

Die untere Tabellenhälfte führt die Offenburger FG an. Am Samstag blieb man in Vaihingen/Enz chancenlos. „Wir haben es dem TVV heute sehr leicht gemacht. Sie mussten einfach nur den Ball fehlerfrei über die Leine spiele, den Rest haben wir dann gemacht. Heute lief nichts zusammen“, fasste Angreifer Stefan Konprecht das Spiel am Samstag zusammen. Eine weitere klare Niederlage drohte am Sonntag vor eigenem Publikum, als der TV Stammheim bereits mit 4:0 Sätzen führte, doch das Team von Trainer Stefan Birth kam zurück ins Spiel und schaffte sogar den Satzausgleich. „Wir haben heute durch eine tolle Leistung wieder ins Spiel gefunden und fast wurde unser Einsatz belohnt. Wenn wir im weiteren Saisonverlauf mit dieser Stärke von Anfang an in ein Spiel gehen, holen wir noch den ein oder anderen Sieg. Spielen wir allerdings weiter so wie gestern und in den ersten vier Sätzen heute, so wird es in dieser Saison noch ganz schwer für uns“, resümierte Trainer Stefan Birth das Wochenende das Offenburg ohne Punktgewinn abschloss.

Auf einem Nichtabstiegsplatz steht der TV Schweinfurt-Oberndorf, der am Wochenende seinen ersten Saisonsieg verbuchen konnte. "In Stammheim hatten wir keine Chance und der TVS hat verdient gewonnen. Unsere Konzentration an diesem Wochenende galt aber natürlich dem Spiel gegen Rosenheim" resümierte Trainer Joachim Sagstetter nach dem Wochenende. Und diese Gewichtung zahlte sich aus für das junge Team, das am Sonntag gegen Rosenheim die ersten Punkte verbuchen konnte. "Klasse wie mein Team nach einer 2:0 Satzführung den Rosenheimer Ausgleich weggesteckt und weiter gekämpft hat. Das 5:3 ist ein wichtiger Sieg für uns."

Ohne Punkte blieb am Wochenende der TV Waibstadt, der seine Heimpremiere gerne mit einem Sieg begangen hätte. Zu stark war aber der Gast aus Unterhaugstett, der die Punkte aus dem Kraichgau entführte. "Der Gegner war heute in allen Belangen einen Tick stärker als wir. Christian Erlenmayer und Markus Katz haben den Unterschied ausgemacht" zollte TVW-Coach Rainer Frommknecht Lob für die Nordschwarzwälder. In der Tabelle bleibt der Aufsteiger auf dem vorletzten Tabellenplatz und wartet weiter auf die ersten Punkte. Allerdings hatte man mit starken Gegnern aus Stammheim und Unterhaugstett auch kein leichtes Auftaktprogramm und wird mit Spannung auf die nächsten Partien hinarbeiten wenn die Gegner Offenburg und Rosenheim heißen.

Eben dieser MTV Rosenheim nämlich steckt nach den ersten vier Partien kräftig in der Krise. Der Abgang der erfahrenen Abwehrreihe macht sich bisher schmerzhaft bemerkbar und auch Angreifer Steve Schmutzler schafft es bislang nicht seine Stärken entsprechend auszuspielen. Während die Niederlage gegen Pfungstadt am Samstag vielleicht einkalkuliert war, wird die des Sonntags besonder schmerzen. Auch beim Aufsteiger in Schweinfurt verließen Schmutzler&Co das Feld als Verlierer. Zwar egalisierte man den 0:2 Satzrückstand, aber trotz des Satzausgleiches konnte man den Schwung nicht bis zum Spielende mitnehmen. Selbstkritisch ananysierte Kapitän Schmutzler nach dem Wochenende: "Pfungstadt ist im Moment ganz klar eine Nummer zu groß für uns. Ein paar Sätze wären zwar schön gewesen, aber unser Fokus lag ganz klar auf dem Sonntagsspiel. Doch da machten wir uns selbst einen Strich durch die Rechnung. Wir haben zwei Sätze knapp mit 14:15 verloren, das schmerzt natürlich enorm, aber wir dürfen es gar nicht so weit kommen lassen. Mir fehlte das gesamte Spiel über etwas die Durchschlagskraft und wir schaffen es im Moment nicht, dass durch unseren Spielaufbau auszugleichen. Ich muss also zusehen, dass ich mein Team wieder nach Vorne bringe und dann werden wir das Feld von Hinten aufrollen.“