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Vorentscheidung im Süden

Stuttgart (DFBL/aob) — In der 1. Bundesliga Süd der Männer ist am ersten Spieltag der Rückrunde bereits die Vorentscheidung um die DM-Plätze gefallen: Stammheim hat das Ticket wohl verspielt. Im Abstiegskampf bleibt es zwar eng, aber für das weiter punktlose Waibstadt wird die Luft dünner.

Einsam zieht der TSV Pfungstadt auch zum Auftakt der Hinrunde an der Tabellenspitze seine Kreise. Obwohl Angreifer Patrick Thomas angeschlagen ist und geschont wurde, kam der TSV zum achten Saisonsieg. Etwas knapper als gewohnt ging es dabei gegen den MTV Rosenheim zu, doch nach der zwischenzeitlich 2:3 Führung für die Oberbayern setzte sich der Deutsche Feldmeister mit 5:3 durch. „Heute haben wir gezeigt, dass wir nicht nur mit Patrick gut spielen können. Der Sieg war sehr wichtig für unser Selbstvertrauen und ich freue mich aber besonders für Nick, der heute ein sehr gutes Spiel gemacht hat" jubilierte Aijth Fernando nach dem Spiel.

Ein riesiger Schritt in Richtung DM-Endrunde gelang dem TV Unterhaugstett. Auch in den schweren Partien gegen die Verfolger aus Stammheim und Offenburg behielt die Helber-Fünf die Oberhand und steht weiter mit nur einer Niederlage auf Rang zwei der Tabelle. Vor eigenem Publikum hatte man gegen Stammheim nur anfängliche Probleme und setzte sich nach 1:2 Satzrückstand mit 5:2 durch. Am Sonntag gelang in Offenburg ein geradezu historischer Erfolg: "Zum ersten Mal in unserer sechsjährigen Bundesligazugehörigkeit haben wir heute ein Pflichtspiel gegen Offenburg gewonnen" zeigte sich Helber nach der Partie zufrieden aber auch erleichtert.

Absolut vergessen ist der schlechte Saisonstart beim TV Vaihingen/Enz. In die Rückrunde startete man mit einem klaren 5:0 Erfolg. Auf eigenem Platz ließ man dem Gast aus Schweinfurt keine Chance, dem im Schnitt gerade 6 Punkte pro Satz gelangen. Mit nun vier Punkten Vorsprung auf die Verfolger Stammheim und Offenburg hat der TVV ein bequemes Polster und marschiert in Richtung Heim-DM.

Die angepeilte DM-Teilnahme ist für den TV Stammheim nach dem Rückrundenauftakt in weite Ferne gerückt. Weiterhin präsentiert sich das Team aus der baden-württembergischen Landeshauptstadt völlig außer Form, und verspielte mit der erneuten Niederlage gegen Unterhaugstett wohl das DM-Ticket. Nur noch größte Optimisten werden eine Chance auf die DM-Teilnahme sehen, realistisch gesehen ist dieser Zug allerdings abgefahren.

Gleiches wie für Stammheim gilt auch die Offenburger FG. Ebenfalls mit 8:8 Punkten stehen die Südbadener im Niemandsland der Tabelle. Gegen Waibstadt landete die OFG zwar einen 5:1 Pflichtsieg, gegen Unterhaugstett verpasste man aber die wichtigen Punkte um sich nach oben orientieren zu dürfen. Exakt die Tabellensituation spiegelt sich auch im Resümee von OFG-Angreifer Stefan Konprecht wider: „Wir haben heute eine gute Leistung gezeigt. Uns fehlen immer nur ein bis zwei Bälle pro Satz um mit den Top-Teams der Liga derzeit mitspielen zu können. Wie auch in den Partien gegen Vaihingen/Enz und Stammheim wäre auch heute gegen Unterhaugstett mehr drin gewesen.“

Hinter der Dreierspitze und dem zwei Teams starken Tabellenmittelfeld beginnt bei Platz 6 die Zone der abstiegsbedrohten Mannschaften. Die besten Karten im Rennen um den Klassenerhalt hat derzeit der TV Schweinfurt-Oberndorf, denn der bayrische Aufsteiger steht derzeit auf dem letzten Nichtabstiegsplatz. Am Samstag gab es in Vaihingen/Enz zwar nicht viel zu holen, am Sonntag gelang aber zuhause der eminent wichtige Sieg gegen Mitaufsteiger Waibstadt, über den sich auch Angreifer Oliver Bauer freute: "In einem hart umkämpften Kellerduell haben wir bei schwierigen Wetterbedingungen mit dem 5:3 Sieg über Waibstadt weiterhin die Möglichkeit, die Liga aus eigener Kraft zu erhalten."

Die Chance auf eine Sensation mag der MTV Rosenheim gewittert haben, als er auf Pfungstadt ohne Hauptangreifer traf. Doch trotz des Fehlens des hessischen Ausnahmekönners gelang den Oberbayern kein Sieg, und weiterhin steht man so auf einem Abstiegsplatz. Nach dem Fehlstart in die Partie mit 0:2 Sätzen, schien es sogar so, also könnte das Team um Steve Schmutzler die Partie noch drehen, als drei Sätze am Stück gewonnen wurden. Mit 10:12 verlor der MTV aber Durchgang Nummer sechs und verpasste somit den möglichen Erfolg.

Ohne Punkte bleibt weiterhin der TV Waibstadt, der nun nicht mehr viele Chancen auf den Klassenerhalt bekommt. Nicht nur gegen Offenburg sondern auch gegen Mitaufsteiger Schweinfurt verloren die Kraichgauer und ließen somit eine gute Chance verstreichen, sich aus dem Tabellenkeller heraus zu arbeiten. Mehr als unglücklich verlief das Sonntagsspiel dabei aus Waibstädter Sicht. Nach der 3:2 Satzführung verlor man die folgenden drei Sätze mit 9:11, 9:11 und 11:13.
In der Rückrunde muss der TVW unbedingt gegen die beiden direkten Konkurrenten punkten und möglichst einen weiteren Überraschungserfolg einfahren, wenn der Klassenerhalt doch noch realisiert werden soll.