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Im Norden sind nur die Favoriten klar

Hamm (DFBL/saw) — Nach Beendigung der Vorbereitungsphase blickt die Liga gespannt dem ersten Spieltag der Bundesliga Nord am kommenden Sonntag entgegen. Dass sich erste Prognosen zur DM-Quali und Abstiegsfrage in den letzten Jahren erst sehr spät machen ließen, deutet sich auch in dieser Saison an. Lediglich die Frage nach den Favoriten lässt sich leicht beantworten.

Mit dem Ahlhorner SV und dem SV Moslesfehn sind gleich zwei Top-Teams aus dem Oldenburger Umland vertreten, die sich seit Jahren ihre Rolle nicht streitig machen lassen. Auch in dieser Saison ist davon auszugehen, dass beide Mannschaften sich auf Platz eins und zwei der Tabelle festsetzen werden. Zwar konnte der Ahlhorner SV beim Eliteturnier in Stammheim als bestes deutsches Team die Finalteilnahme erreichen, jedoch hatte man am vergangenen Sonntag in Hannover das Nachsehen, als man im Halbfinale auf Moslesfehn traf. Demnach wird Moslesfehn dem ASV auf dem Weg zur Staffelmeisterschaft auch weiterhin Steine in den Weg legen.

Den größten Druck sich den begehrten dritten Platz zu angeln, hat der TV Jahn Schneverdingen, von dem man aufgrund des mit Nationalspielerinnen gespickten Kaders am meisten erwartet. Die Qualifikation in der Freiluftsaison konnte zuletzt jedoch im Jahre 2007 erreicht werden. Denkbar knapp scheiterte man 2010 am TSV Schülp, der auch in diesem Jahr kein geringeres Ziel erreichen möchte, als die Wiederholung des bisher größten Erfolges in der Vereinsgeschichte. In Top-Form befindet sich das Team aus der Lüneburger Heide, das beim TKH-Turnier bereits in der Vorrunde scheiterte, nach aktuellem Stand zwar noch nicht, jedoch ist das Potenzial der Mannschaft nicht zu unterschätzen.

Ebenso wenig unterschätzen darf man die Konkurrenz vom TSV Schülp. Nach einem Ausflug in die erste Bundesliga im Hallenfaustball kehren Anika Bruhn vom TV Westfalia Hamm und Nadine Kowalczyk vom TV Jahn Schneverdingen zurück. Neben den beiden darf sich auch Kim Reimers in diesem Jahr zum Kader der Nationalmannschaft zählen, sodass man mit Hilfe des vielversprechenden Aufgebots am Erfolg der vergangenen Feldsaison anknüpfen möchte. Zurückgekehrt ist ebenso Trainer Rouven Schönwandt, der das Team auf dem Weg zur DM tatkräftig unterstützen wird.

Ob es dem VfK 1901 Berlin in dieser Saison gelingen wird, vom Mittelfeld in Richtung Tabellenspitze blicken zu können, bleibt abzuwarten. Bereits in der Halle ließ das Team um Kapitän Bianca Wenzel erkennen, dass sie auch den „Großen" Paroli bieten können. Wenn es in dieser Saison gelingen sollte, über die komplette Saison die nötige Konstanz zu zeigen, muss von Abstiegssorgen lange keine Rede mehr sein. Vielmehr dürfte man den DM-Aspiranten ein Hindernis auf dem Weg in Richtung Deutsche Meisterschaft sein.

Ein Trainerwechsel beim TV Westfalia Hamm hat für neuen Wind unter den Westfalinnen gesorgt, die zuletzt nur knapp den Klassenerhalt sichern konnten. Neben Betreuerin Ina Pannewig, darf das Team nun auch vom erfahrenen Ex-Titelträger Jan Pannewig profitieren. „Wir wollen nach Möglichkeit ohne Zittern durch die Saison gehen", lautet die Hoffnung von Mannschaftsführerin Silja Stenzel. Mit einem Platz im sicheren Mittelfeld wäre das Team, das sich über die Rückkehr von Abwehrass Birthe Wolf freuen darf, demnach mehr als zufrieden.

Das Team mit dem höchsten Durchschnittsalter stellt die Mannschaft vom TSV Eldagsen. Mit ihrer Erfahrung haben die Teppe-Schwestern es der Konkurrenz aber bereits im vergangenen Jahr sehr schwer gemacht, als man als Aufsteiger erstmals seit vielen Jahren wieder in der ersten Bundesliga antreten wollte. Erfreulich für die Mannschaft ist vor allem, dass Angreiferin Brigitte Matthiesen von Nationaltrainerin Silke Eber in den A-Kader berufen worden ist. Dies dürfte für zusätzlichen Aufwind sorgen, sodass der Klassenerhalt keine großen Anstrengungen erfordern sollte.

Erste Aufsteiger ist der TV Voerde, der sich der Liga bereits in der vergangenen Hallensaison als Neuling präsentieren konnte. Nachdem man überraschend gut in die Saison startete, kehrten die Rheinländerinnen am Ende doch unglücklich in die zweite Bundesliga zurück. Personell hat man zudem den Abgang von Angreiferin Nadine Ziesing zu verzeichnen, die maßgeblich zu Siegen beigetragen konnte. Dennoch zeichnet das Team besonders eine geschlossene Mannschaftsleistung aus, die auch in dieser Saison zum Erfolg führen soll. Der Klassenerhalt ist zwar wünschenswert, aber auch der Abstieg wäre „kein Beinbruch" für Zuspielerin Tara Mittelmeyer.

Vor einer großen Aufgabe sind die westfälischen Bochumerinnen gestellt, die mit dieser Mannschaft erstmals den Aufstieg ins Oberhaus feiern durften. Seit vielen Jahren gilt der USC Bochum als fester Bestandteil der zweiten Bundesliga, sodass man nun die Herausforderung in der obersten Liga sucht. Angeführt wird die sehr junge Mannschaft von der erfahrenen Angreiferin Kerstin Braatz. Belegte man beim Vorbereitungsturnier in Hannover den 23. Platz, wird man von Beginn an keine andere Aufgabe haben, als gegen den Abstieg zu kämpfen.